Wer sich einen neuen Rechner anschafft, wird häufig bei der Frage nach dem Typ der Festplatte mit der Entscheidung konfrontiert: SSD-Festplatte oder doch HDD? Auf den ersten Blick wäre die Entscheidung relativ einfach: Die traditionellen HDD-Festplatten kosten häufig nur einen Bruchteil der neueren SSD-Platten. Also alles klar? Nicht ganz, denn die neuen Modelle haben einige Vorteile gegenüber ihren “alten” Kollegen.
SSD leitet sich von “Solid Drive State” ab, was so viel heißt, wie dass sie keine losen bzw. lockeren Bestandteile in sich tragen. Dadurch sind die Platten gut gegen kleinere Erschütterungen gewappnet. Die neuen Festplatten speichern, wie USB-Sticks, alle Daten in so genannten Flash-Bausteinen. Dadurch sind sie bedeutend schneller als normale Festplatten: Die Lesegeschwindigkeit einer durchschnittlichen SSD-Festplatte liegt bei etwa 400 MB/s – eine herkömmliche HHD schafft gerade einmal 118 MB/s beim Lesevorgang. Während des Dateienschreibens kommt eine SSD auf etwa 250 MB/s, herkömmliche Laufwerke auf etwa 113 MB/s. Größere Dateien werden also in einem Bruchteil der Zeit kopiert werden können. Der schnellere Datenumsatz macht sich gerade auch bei Rechnern bemerkbar, mit denen häufig verschiedene Programme bedient werden müssen: Werden die Programme auf einer SSD-Platte installiert, startet sich die gewünschte Applikation binnen weniger Sekunden. Bei einer HDD kann es mitunter bis zu einer Minute dauern, bis beispielsweise ein Videoeditor fertig geladen ist. Die Geschwindigkeitsvorteile einer SSD kann man aber nur dann nutzen, wenn man einen entsprechend schnellen Prozessor hat: Ein alter Rechner wird auch durch die beste SSD-Festplatte nicht schneller, weil er die Daten nicht so zügig verarbeiten kann. Moderne Rechner ab einem Dual-Core-Prozessor profitieren dann von den schnellen Festplatten.
Die schnellen Speicherplatten gibt es übrigens in den handelsüblichen Größen mit 2,5 und 3,5 Zoll. Sie lassen sich in alle Rechnern mit SATA-3- oder PCI-Express-Anschluss einbauen. Allerdings ist ein PCI-E-Anschluss sehr kostenintensiv und wird deshalb heute noch wenig beansprucht. Alle neueren Rechner können also auch im Nachhinein problemlos auf eine SSD-Platte umgerüstet werden.
Wie bereits erwähnt, sind SSD-Festplatten relativ teuer: Eine 128-GB-SSD-Platte kostet im Schnitt bis zu 200 Euro. Für das gleiche Geld könnte man locker eine HDD-Festplatte mit einem Terrabyte-Speicher kaufen. Gerade für die Arbeit mit großen Dateien, wie im Videoschnitt, könnte das alleinige Setzen auf SDD-Platten zu einem zwar schnellen, aber auch ungleich teuren Vergnügen werden. Auch sind SSD-Platten, wie ihre Vorgänger, nicht vor Ausfällen geschützt: Eine zusätzliche Datensicherung wäre also ratsam.
Ein fast optimaler Kompromiss aus Geschwindigkeit und Kosten kann man erreichen, indem man SSD-Platten und herkömmliche HDDs miteinander kombiniert: Es wäre zum Beispiel möglich, das Betriebssystem und alle Programme auf der SSD zu installieren. Damit laden der Rechner und alle dazu gehörige Software viel schneller als sonst. Größere Dateien, wie Filme oder Audios, belässt man aber beispielsweise auf einer externen HDD-Platte, bei der es nicht auf jeden Gigabyte Speicher ankommt. Sie kann man im Arbeitsfall via USB dazu schalten und so komfortabel arbeiten. Das Problem, das sich daraus ergibt: Während die SSD natürlich sehr schnell ist, wäre die Arbeit mit den größeren Dateien, die auf der HDD gespeichert sind, wie gewohnt etwas langsamer. Allerdings hat dieses geteilte Arbeiten den Vorteil, dass kleinere Arbeiten – auch ohne externe Platte – unterwegs viel schneller von der Hand gehen und sich beim stationären Arbeiten nichts nachteilig ändert. Im Gegenteil: Das Arbeiten mit der SSD bringt trotzdem einen gewissen Geschwindigkeitsvorteil.
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